Wohnungsentwicklung mit Augenmaß betreiben

Mechtild Hegemann schickt uns eine E-Mail, die sie an die Bezirksvertreter für Münster-Südost geschickt hat, in der sie ihre Zweifel an einer Bebauung des Beckamp deutlich macht und eine Wohnungsentwicklung mit Augenmaß fordert.

Guten Tag,

ich wende mich an Sie als die Vertreter der Bürgerschaft Gremmendorfs zum Thema
Investorenprojekt „Beckamp“. Mit Verwunderung habe ich zur Kenntnis genommen,
dass es  bisher bis auf die Aussage „Münster braucht Wohnungen“ nicht viele
Antworten auf Fragen und Bedenken gab.

Wohnraum

1. Wie im Handlungskonzept Wohnen beschrieben, benötigt Münster weiteren
Wohnraum um auch der anhaltenden Preissteigerung zu begegnen. Diese Ziele
unterstützt Gremmendorf mit der Überplanung des Kaserenengeländes (1.200 bis
1.400 Wohneinheiten).Diese Steigerung um 50 % der Einwohnerzahl wird Gremmendorf
verdauen müssen.

2. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass das Kasernengelände erst in
einigen Jahren baureif sein wird. In Anbetracht der angespannten Lage sollte
diese Zeit doch erheblich verkürzt werden.

3. Bei der Ausklammerung des Kasernengeländes werden die ca. 400 Britenwohnung
nicht erwähnt. Diese Wohnungen werden fortlaufend verkauft und werden die
Einwohnerzahl in Gremmendorf weiterBe erhöhen.

4. Zitat Handlungskonzept Wohnen: „Durch die angespannte Wohnungsmarktlage kommt
es derzeit zu Verdrängungseffekten insbesondere gegenüber einkommenschwachen
Haushalten…..“ Die Grundstücks- und Gebäudepreise sind in Gremmendorf bereits
hoch. In den letzten Jahren sind in Naturrandlage zwei weitere hochpreisige
Baugebiete hinzugkommen. Jetzt soll mit teurem Wohnraum (bei der die teuersten
Grundstücke in unverbaubarer Lage an der Ausgleichsfläche liegen) diesem Problem
begegnet werden. Preise wurden bei der Anhörung nicht genannt (vermutlich um
nicht noch mehr Unmut zu erzeugen).

Verkehrssituation

In der Bürgeranhörung wurde gesagt, dass bei 150 Personen mit 200 Fahrten pro
Tag gerechnet werden kann. Gremmendorf besteht aber nicht nur aus diesem
Viertel. Wenn ich Verkehrsbelastung durch die Kasernenbebauung und die
Britenhäuser nach diesem Schlüssel berechne (ca. 6200 Bewohner) wird Gremmendorf
8.266 Fahrten am Tag zusätzlich aushalten müssen. Bei 100 Fahrten sind das
immerhin noch 4.133 Fahrten. Hinzu kommt noch der zunehmende Durchgangsverkehr
bedingt durch die Umgehungsstraße Wolbeck, Bebauung Gewerbegebiet Loddenheite,
Baugebiet Wolbeck. Das ist jede zusätzliche Fahrt eine zuviel.

Gremmendorfer Weg

Neben dem Gremmendorfer Weg, wie auch kreuz und quer durch das Wohngebiet
Zwi-Schulmann-Weg, läuft ein Entwässerungsgraben. In diesem Graben sollen
Zuleitungsrohre für den Beckamp verlegt werden. Ist dieser Graben plötzlich
überfüssig? Wo soll das Wasser bei Starkregen hin. Alte Bäume ragen teilweise in
den Graben hinein. Auf meine Befürchtung, dass diese Bäume Schaden nehmen
erhielt ich die Antwort, dass sie bei Schädigung natürlich gefällt würden.
Werden die zu erwartenden negativen Folgen für die Bäume billigend in Kauf
genommen? Was passiert mit der Wallhecke. Auf dem Plan konnte ich hierfür keinen
Platz erkennen. Spielt Naturschutz keine Rolle?

Versiegelung von Flächen

Nach dem Unwetter in Münster konnte ich immer wieder lesen, das um Überflutungen
zu vermeiden, auf weitere Versiegelung von Flächen versichtet werden sollte.
Auch der Landwirtschaft wird weitere Fläche entzogen. Die Landespolitik hat
hierzu eine Biodiversitätsstrategie entworfen, die den täglichen
Flächenverbrauchs bis 2020 auf landesweit fünf Hektar “und langfristig auf null
Hektar” reduzieren will. Auch im Handlungskonzept Wohnen wird darauf
hingewiesen, dass die Innenentwicklung Vorrang hat. Gremmendorf bietet mit dem
Kasernengelände und den Britenwohnungen genügend Raum für die Innenentwicklung.
Auch Wohnungsentwicklung sollte mit Augenmaß betrieben werden und nicht nur die
Erfüllung von Quoten zum Ziel genommen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Mechtild Hegemann

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