Weitere Versiegelung scheint nicht ratsam

Westfälische Nachrichten | 2. September 2014

Ein Leserbrief von Eva Kolarz zum Bericht „Protest gegen Baugebiet am Gremmendorfer Weg“ vom 23. August:

Die Politiker waren offensichtlich aus dem ihnen vorliegenden Protokoll der ersten Informationsveranstaltung des Bauträgers nicht über alle Gegeneinlassungen der Bürger informiert worden. Eine Liste der vollständigen Gegenargumente wird seitens der Bürgerinitiative jetzt nachgereicht.

Das einzige, wiederholt vorgebrachte Hauptargument der Politiker für das Baugebiet beschränkt sich auf ein Programm der Landesregierung zu sozialgerechtem Wohnraum, was immer diese Definition heißen mag, und die allgemeine Wohnungsknappheit in Münster. Die hier geplanten Einfamilienhäuser und Doppelhäuser erfordern eine ziemlich dicke Brieftasche und die zehn etwas günstigeren Reihenhäuser sind auch außerhalb der Reichweite der meisten Leute, die in der Innenstadt günstige Mietwohnungen suchen.

Die demographische Entwicklung speziell in Gremmendorf ist zurzeit im Umbruch. An vielen Stellen sind alte Einfamilienhäuser mit großen Grundstücken abgerissen  worden und werden jetzt zum Teil in Luxus-Eigentumswohnungen umgewandelt. Die verlassenen Grundstücke und Immobilien der Briten böten hier viel sinnvollere Umwandlungspotientiale in sozialgerechte Wohnungen, was immer wir darunter verstehen sollen.

Gerade die Erfahrung der Anlieger mit Überschwemmungen nach den wohl regelmäßig zu erwartenden Starkregenschäden lässt eine weitere Versiegelung nicht ratsam erscheinen. Bleibt zu hoffen, dass die Politiker nach vollständiger Abwägung aller Faktoren zu einer Entscheidung finden, die den Gremmendorfern die Sicherheit geben, dass hier nicht schon vorher „alles in trockenen Tüchern“ war.

Eva Kolarz
Zeisigweg 1

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