Mehr als tausend Bürger gegen das Baugebiet am Beckamp

Die Herbstsonne meinte es gut mit den Gremmendorfern, die sich beim Samstagseinkauf auch über den Plan eines privaten Investors zur Bebauung des „Beckamp“ und den damit verbundenen Ausbau des Gremmendorfer Weges informierten. In knapp fünf Stunden hatten Mitglieder der Bürgerinitiative „Gremmendorfer Weg“ mehr als 200 weitere Unterschriften gegen den Bebauungsplan gesammelt.

Damit zählt die Bürgerinitiative 1.065 Münsteraner Bürger – überwiegend aus Gremmendorf –, die sich bis jetzt mit Ihrem Namen gegen den Bebauungsplan  564 ausgesprochen haben, und weitere Unterschriftenlisten sind noch unterwegs.

Die meisten Einkäufer wollten durchaus überzeugt werden, dass sich der Widerstand der Bürgerinitiative nicht nur gegen das Bauvorhaben vor der eigenen Haustür richtet, aber viele von ihnen lieben auch das kleine, gewachsene Naherholungsgebiet am Ende des Gremmendorfer Weges, der dort als schmale Allee in die Felder zum Werseufer hin mündet. Die alten Bäume auf beiden Seiten des Weges durch einen Ausbau der Straße zu gefährden, bringt viele Gremmendorfer gegen den Bebauungsplan auf, den ein Investor aufgebracht hatte nachdem die Stadt selbst den Ausbau des Wohngebietes als „abgeschlossen“ bezeichnet und die ursprünglich geplante Zufahrt über den Zwi-Schulmann-Weg verschlossen hatte.

Auch die Entwicklung Gremmendorfs in den kommenden Jahren war immer wieder Thema für besorgte Diskussionen. Rund 6.000 neue Einwohner soll der Stadtteil in den nächsten Jahren durch die Konversion der ehemaligen Britenstandorte bekommen – mehr als 50 Prozent Zuwachs für einen Stadtteil, der weder den Bedarf noch die Infrastruktur für eine derartige Immobilienexplosion hat.

Das Argument der Kommunalpolitik, dass Münster dringend Wohnraum brauche, dient hier nach Meinung vieler Gremmendorfer vor allem einem privaten Interesse, kurz vor der drohenden Immobilienblase noch ein Sahnestückchen verkaufen zu können. Die wenigen Wohneinheiten, die auf dem Beckamp entstehen sollen, bedienen einige gut betuchte Immobilienkäufer – die Zerstörung der alten Allee dagegen betrifft sehr viele Gremmendorfer. Mehr als tausend von ihnen haben sich inzwischen gegen diesen Plan ausgesprochen. Mit den Unterschriften möchte die Bürgerinitiative die verantwortlichen Politiker davon überzeugen, dass 39 Wohneinheiten in Gremmendorf nicht die großflächige Zerstörung von Natur und Lebensqualität rechtfertigen.

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