Land unter am Beckamp

Der Beckamp ist Überschwemmungsgebiet für den Loddenbach, der nördlich des Ackers durch das Landschaftsschutzgebiet verläuft. Das höhere Nordufer des Baches schützt die Felder in Richtung Werse, die Loddenbachauen im Süden des Gewässers dagegen werden regelmäßig überflutet.

Selbst ein stärkerer Landregen setzt den Beckamp bis weit in das geplante Wohngebiet hinein unter Wasser. Das Titelbild zeigt den Beckamp drei Wochen nach den schweren Regenfällen vom 28. Juli an seiner südlichen Spitze, die am weitesten vom Loddenbach entfernt ist.

Der Beckamp: Umweltkataster der Stadt Münster
Aus dem Umweltkataster der Stadt Münster geht hervor, dass der Beckamp für viel neues Grundwasser sorgt, obwohl seine Deckschicht wenig Regen hindurch lässt; seine Reglerfunktion ist entsprechend gering. Mit anderen Worten: Der Acker ist wie ein vollgesogener Schwamm mit einer undurchlässigen Oberfläche.

[Foto des Loddenbaches]
Der Loddenbach an der nordöstlichen Ecke des Beckamp. Bei den schweren Regenfällen im Juli war die Brücke unter den Fluten begraben.
Selbst zeitgenössische Ingenieurskunst schützt die Anwohner von Delstrup und Zwi-Schulmann-Weg nicht davor, dass ihre Häuser immer wieder absaufen. Eine weitere Versiegelung der angrenzenden Flächen würde noch mehr Wasser in die Wohngebiete schaffen. Diese Bedenken brachten die betroffenen Anwohner  auch bei der Bürgeranhörung vor. Der flappsigen Antwort eines Planers, man könne Ingenieuren schon zutrauen, eine Entwässerung zu berechnen, konnten sie aus eigener Erfahrung wenig Glauben schenken.

Auch die Keller entlang des Gremmendorfer Weges stehen häufiger unter Wasser, obwohl sie als wasserdichte „weiße Wannen“ ausgelegt sind. Eine weitere Versiegelung des Gremmendorfer Weges und ein Verrohren des Grabens entlang der Wallhecke würde auch hier ein Versickern des Regens verhindern.

[Foto Straßensperre]
Die Brücke über den Loddenbach im Nordwesten des Beckamp ist immer noch gesperrt. Dort hatte die letzte Flut den asphaltierten Weg fortgespült.
Um die Anwohner von Delstrup, Zwi-Schulmann-Weg, Gremmendorfer Weg und ein neues Wohngebiet am Beckamp vor den Wassern zu schützen, müssten die Planer bis weit über den Beckamp hinaus in die Landschaft und in das Landschaftsschutzgebiet eingreifen. Dass der Investor nicht über das Baugebiet hinaus sehen will, ist zumindest aus finanzieller Sicht nachvollziehbar. Die Verantwortung der Stadtplaner allerdings sollte über den Acker hinaus reichen.

2 Gedanken zu „Land unter am Beckamp

  1. Sehr geehrte Damen und Herren von der Bürgerinitiative,

    Sie erinnern mich an den Untergang der Titanic. Die Passagiere der teuren Decks retteten sich, in dem sie sich als erste auf die Rettungsbote begaben. Als die Rettungsbote allmählich voll wurden, stießen sie weitere Hilfesuchende aus dem Wasser ab, damit es auch ihren Rettungsboten bloß nicht zu eng wird.

    Sie oder Ihre Vorbesitzer haben dort auch seinerzeit gebaut.

    Angesichts der Tatsache, daß viele Junge Menschen in Münster mit Kleinkindern verzweifelt Wohnraum suchen (die Krise im Immobilienmarkt scheint Ihnen nicht ganz bewusst zu sein), sollten Sie sich für Ihre egoistische und substanzlose Gegenwehr schämen!

    Mit freundlichen Grüßen

    1. Sehr geehrter Herr Borchert,

      von den wortgleichen Kopien Ihres Kommentars an mehreren Stellen dieses Blogs habe ich diese veröffentlicht, weil Sie ihn hier zuerst eingereicht haben und weil es vielleicht das Wasserthema war, dass Sie zu dem (unglücklichen) Vergleich mit der Titanic brachte.

      An Betrachtungen darüber, wessen Ertrinkungstod damals „gerechter“ gewesen wäre, möchte ich mich nicht beteiligen. Die Auseinandersetzung über den Bebauungsplan ist auch kein Klassenkampf: Die alteingesessenen Anwohner sind eine über Jahrzehnte gewachsene Mischung aus sehr unterschiedlichen Alters- und Einkommensklassen. Auch wenn der Investor öffentlich keine Preise nennt, so können Sie andere Projekte des selben Investors in ähnlicher Bauweise und Lage finden, die Ihnen eine Preisvorstellung vermitteln. Wer sich am Beckamp ein Eigenheim leisten kann – auch wenn es „nur“ eines der verbilligten Reihenhäuser ist – muss über mehr Mittel verfügen als manch ein Alteingesessener sie aufbringen könnte.

      Die Anwohner des Gremmendorfer Weges haben in den vergangenen Jahren rund 700 Wohneinheiten „vor die Haustür“ gesetzt bekommen, ohne diese Wohngebiete in Frage zu stellen. Hätte damals der Eigentümer des Beckamp einem Verkauf zugestimmt, und hätte die Stadt nicht die Zufahrt zum Acker mit Wohnhäusern verschlossen, dann hätten wir heute rund einhundert Nachbarn mehr, mit denen wir ebenso gerne zusammenleben würden wie mit den anderen 2000 neuen Nachbarn.

      Wenn Sie sich die Argumente der Bürgerinitiative einmal mit kühlem Kopf durchlesen, werden Sie feststellen, dass es um Probleme geht, die neue und alte Anwohner in gleicher Weise betreffen. Käme es zu einem Ausbau des Gremmendorfer Weges, so säßen wir alle im selben, schlechten Boot.

      Andreas Roth

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