Im Wilden Westen

Zwei Stricke an einem Baum – mehr war am Sonntagmorgen nicht mehr übrig von dem Banner, das die Bürgerinitiative einen Tag zuvor zwischen den Eichen an der Ecke Böddingheideweg / Gremmendorfer Weg angebracht hatte.

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So sah das Banner aus, bevor es von gut vorbereiteten Dieben hoch aus den Eichen geholt wurde.

Hier waren keine Gelegenheitsvandalen vorbeigekommen. Wer das Banner von den Bäumen holen wollte, musste schon Leitern und Werkzeug mitbringen.

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Drei viertel Meter tief war der Pfosten im Erdreich verankert.

Auch die großen Plakate, die Spaziergänger auf die Folgen des drohenden Bebauungsplanes hinweisen sollten, waren mitsamt Pfosten und Erdankern verschwunden. Offenbar waren die Diebe gleich mit einem geeigneten Fahrzeug gekommen, um die Plakatträger ebenfalls mitzunehmen.

Banner und Plakate sollten aufmerksam machen auf die Informationsveranstaltung am kommenden Freitag um 18 Uhr, zu der alle Mitbürger herzlich eingeladen sind – auch diejenigen, die sich einen Vorteil vom Ausbau des Gremmendorfer Weges versprechen. Wir reden gerne auf zivilisierte Weise mit unseren Mitmenschen, auf Wildwestmanieren dagegen waren wir in Gremmendorf nicht gefasst.

Diebstahl und Sachbeschädigung gelten in unseren Breiten als strafbar. Die Anzeige ist bereits erstattet. Auch die örtliche Presse hat sich angemeldet, um mehr über die Hintergründe zu erfahren. Und ja, auch das neue Banner ist schon bestellt. Vielleicht ist Gremmendorf ja doch nicht der Wilde Westen.

 

 

 

 

8 Gedanken zu „Im Wilden Westen

  1. Von ganzem Herzen wūnsche ich Ihnen von der Būrgerinitiative und auch unseren Mitbūrgern in Gremmendorf, dass man diejenigen dingfest machen kann, die statt zivilisiertem Umgang miteinander, Diebstahl und Sachbeschädigung begehen.
    Mir wird ganz ūbel bei dem Gedanken, dass mit solch einer Vorgehensweise unsere demokratischen Rechte und Pflichten unterwandert werden und eventuell sogar ungestraft bleiben.
    Jeder und Jede hat in unserem Rechtsstaat die Möglichkeit seine Meinung zu åussern, aber bitt mit Anstand und guten Argumenten. Beides und noch einiges mehr, scheint diesen ūblen Mitmenschen zu fehlen!
    Mit freundlichem Gruß
    Sabine Möcklinghoff

    1. Klare Worte, Frau Möcklinghoff, die uns ermuntern, auch weiterhin einen friedlichen Dialog zu suchen. Leider scheint es, als ob sich hier jemand so „im Recht“ sieht, dass er es gleich in die eigene Hand nimmt. — Hoffen wir, dass in unserer Stadt das Recht nach zivilisierten Kriterien gepflegt wird.

      1. Gerade komme ich aus Hamburg zurück und finde eine eingeschlagene Haustür vor!
        Die Polizei sagt, dass es sich dem ersten Anschein nach nur um Sachbeschädigung handelt.Die Ermittlungen werden morgen fortgesetzt. Da kommen mir doch unangenehme Gedanken in den Sinn!!
        Noch einmal ganz deutlich: demokratischer Gedankenaustausch funktioniert anders!
        M.f.G.
        S.Möcklinghoff

      2. Zunächst wünsche ich Ihnen, dass es nichts Schlimmeres als „nur“ eine eingeschlagene Haustür ist. Uns allen wünsche ich, dass Ihre Befürchtungen nicht zutreffen — es wäre unerträglich!

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