Ich bin in großer Sorge…

Dr. Erika Gebauer schickt uns eine Kopie ihres Schreibens, das sie an alle Mandatsträger in der Bezirksvertretung Südost versandt hat. Wir geben ihren Brief hier als Beitrag ohne die Namen der Empfänger wieder.

Sehr geehrte/r …,

als Gremmendorfer Bürgerin kenne ich das geplante Baugebiet „Am Beckamp“ seit 1958, gehe fast täglich dort spazieren oder fahre mit dem Fahrrad vorbei. Wie viele andere Spaziergänger, Radfahrer und Jogger schätze ich den speziellen Erholungswert dieses Gebietes. Das kleine Wäldchen bildet einen vom Landschaftsbild her harmonischen, natürlichen Abschluss der bebauten Zone am Zwi-Schulmann-Weg/ Delstrup. So muss es auch in Zukunft bleiben.

Ich bin in großer Sorge, dass die am Schreibtisch geplante Bebauung des Beckamp mit dem Argument einer „Arrondierung des Baugebietes“ bejaht werden könnte, obwohl sie nicht zur realen Situation des Geländes passt.
Aus sozialer Verantwortung heraus wende ich mich an Sie in Ihrer Eigenschaft als Mandatsträger in der Bezirksvertretung Münster Südost, um auf zu erwartende Folgen – jenseits der zahlreichen ökologischen Schäden – hinzuweisen:

  1. Erholungssuchende würden demnächst nicht auf ein landwirtschaftlich genutztes Feld schauen sondern – als optische Visitenkarte des neuen Baugebietes – auf eine lange Reihe von 12 zweigeschossigen Flachdachbauten, die eng aneinander auf kleinen Grundstücken gegenüber dem Wäldchen vorgesehen sind. Eine derartige Bebauung wäre aus meiner Sicht eine städtebauliche Fehlentscheidung, denn sie zerstört das gesundheitsförderliche Landschaftsbild mit dem unverstellten Blick in die grüne Weite!
  2. Potentielle Käufer würden in dem Gebiet „Am Beckamp“ eine schlechte Infrastruktur vorfinden. Die Verkehrsanbindung dieser neuen Siedlung wäre unter dem oft zitierten Aspekt der Familienfreundlichkeit mit etwa 800-950m zur Bushaltestelle Ehrenmal denkbar ungünstig; als Zielwert der Stadt wurde bei der Bürgeranhörung am 23.6.2014 eine Entfernung von 300 Metern (!) genannt. Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe fehlen.
  3. Die Reihenhäuser für Familien sollen ausgerechnet in der feuchten und dunklen Ecke des Ackers gegenüber dem Wäldchen entstehen. Die soziale Ungleichheit dieser neuen Siedlung würde durch die Zuweisung der Reihenhäuser in die unattraktivste Ecke des Ackers noch betont. Auch dieser Aspekt erscheint mir bedenkenswert.
    Familien mit Kindern wünsche ich nicht dieses Baugebiet, sondern eine bessere Infrastruktur , trockene Grundstücke und ein sonniges Umfeld !
  4. Den Anwohnern des Gremmendorferweges würde durch den Ausbau der Straße ganz deutlich ein Stück ihrer Lebensqualität genommen – ganz zu schweigen von den ökologischen Folgen für uns alle (Beschädigung uralter Bäume, Flächenversiegelung) – und das ohne erkennbaren Sinn, da für nur 39 neue Wohneinheiten viel geopfert würde und zudem das Baugelände ungeeignet erscheint.

Die Bürgerinitiative Gremmendorferweg hat unter www.gremmendorferweg.de zahlreiche sachliche und präzise Argumente zusammengestellt, die in der Gesamtbilanz gegen eine Bebauung des genannten Ackers sprechen.
Ich unterstütze diese Argumentation als Ärztin für Innere Medizin, Sozial- und Rehabilitationsmedizin, die erfahren hat, welch gesundheitsförderliche (salutogene) Bedeutung ein passendes Umfeld und eine gesunde Umwelt für die Bevölkerung besitzen.

Fazit: Die Planung zu einem Baugebiet „Am Beckamp“ muss endgültig aufgegeben werden und der Acker wie bisher eine landwirtschaftlich genutzte Fläche bleiben.
Bei der Suche nach geeignetem Bauland für junge Familien sollte eine familienfreundliche Infrastruktur berücksichtigt und ökologischer Schaden vermieden werden.

Ich bitte Sie als Mandatsträger in der Bezirksvertretung Münster Südost, sich für diese Ziele einzusetzen.

Mit freundlichem Gruß
Dr. Gebauer

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