Hunderte Gremmendorfer Bürger informierten sich

Trotz des regnerischen Wetters waren mehrere Hundert Bürger so engagiert, der Einladung zu einer Informationsveranstaltung an den Gremmendorfer Weg zu folgen. Hier konnten sie sich selber ein Bild davon machen, welche Folgen eine Bebauung des Beckamp und der damit verbundene Ausbau des Gremmendorfer Weges für sie selber und viele andere Gremmendorfer hätte.

Engagierte Bürger leisten Ihre Unterschrift am Infostand.

Viele gaben am Infostand der Bürgerinitiative Ihre Unterschrift, einige schlossen sich gleich der Bürgerinitiative an. Das freut uns natürlich! Wer wollte, konnte einen eigenen Spruch an den bedrohten Bäumen anbringen und so zum Baumpaten werden. Für einen kleinen Unkostenbeitrag gab es die „Baumsprüche“ auch als Anstecker, die man fortan wohl häufiger an dieser idyllischen Ecke Gremmendorfs sehen kann.

Der knappe Regenschutz machte den Kontakt zwischen Politikern und Bürgern besonders eng.

Auch die örtliche Politik war zahlreich vertreten. Die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-Südost hatte diesen Termin angeboten, die Bürgerinitiative hatte Vertreter anderer Fraktionen hinzugeladen. Vertreter von CDU, Grünen, Piraten und SPD waren dem Ruf gefolgt. Die Diskussionen waren lebhaft, blieben aber immer sachlich. Alle Parteien versicherten, dass sie die Bedenken der Gremmendorfer gegen den vorgestellten Bebauungsplan ernst nähmen und dass noch keine Entscheidung gefallen sei.

Andererseits wurden auch gewichtige Argumente der Bürger stereotyp damit beantwortet, die Stadt brauche nun einmal neuen Wohnraum. Offenbar gibt es hier für die Bürgerinitiative noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten: 39 Wohneinheiten sind diesen Preis nicht wert!

Einige Politiker äußerten deutlich, dass sie noch offene Fragen an die Verwaltung sähen. Mitglieder der Bürgerinitiative baten bei dieser Gelegenheit noch einmal darum, den Plan zum Ausbau des Gremmendorfer Weges ebenso zu veröffentlichen, wie den vorgestellten Bebauungsplan. Dass dieser folgenschwere Teil der geplanten Bebauung von der Verwaltung und vom Investor als „Geheimsache“ behandelt wird, ist kein Zeichen von Transparenz.

Dieser junge Gremmendorfer hatte gleich ein eigenes Schild mitgebracht. Toll gemacht, vielen Dank!

 

7 Gedanken zu „Hunderte Gremmendorfer Bürger informierten sich

  1. Wie schön, dass trotz des Regenwetters so viele Menschen kamen, um sich über das geplante Baugebiet und die Bürgerinitiative zu informieren.
    Ich hoffe, dass sich jetzt auch sehr viele Menschen per Brief oder E-Mail an die zuständigen Politiker wenden, um auf die unbefriedigende Situation aufmerksam zu machen.
    Nach wie vor fehlt mir jegliches Verständnis dafür, wie die Argumente für das Baugebiet die Argumente gegen das Baugebiet überwiegen können.
    Wiegen hier vielleicht die Interessen der wenigen Bauinvestoren und der 40 zukünftigen Hausbesitzer mit vermutlich SEHR hohem Einkommen so viel stärker, als die Interessen von uns Anwohnern und Genießern der naheliegenden Natur?
    Wir wohnen in einer Stadt, die 2004 besonders auch aufgrund seines vielen Grüns als „lebenswerteste Stadt der Welt“ prämiert wurde. Und weil man uns den Titel nicht mehr nehmen kann, machen wir jetzt einfach mal alles Grün platt, was im Wege steht und versiegeln die Flächen? Damit von den jährlich zusätzlich benötigten 1500 Wohneinheiten (die laut Aussage der Politik notwendig sind) schonmal 40 abgezogen werden können? Tja, wenn das so ist, sollten wir uns vielleicht überlegen, welche Wiese am Ende des Gremmendorfer Weges denn als nächstes zu einem Baugebiet umgeplant wird? Die zweispurige Straße besteht dann ja schon. Dann gibt es ja auch keine Argumente mehr, die dann gegen weitere 40 Häuser sprechen, oder mehr? Und wir Gremmendorfer gucken dann auch nicht mehr ins Grüne – nein, wir gucken „in die Röhre“

    1. > Wie schön, dass trotz des Regenwetters so viele Menschen kamen…

      Das hat uns riesig gefreut. Vielen, lieben Dank an alle, die gekommen sind! Es hat uns, offen gesagt, auch etwas überrumpelt. Das kriegen wir beim nächsten Mal noch besser hin. Versprochen.

      Unser Dank gilt auch den politischen Vertretern, die sich am Freitagabend auf den Weg gemacht haben. Wir konnten längst nicht alles besprechen, was uns wichtig war, und das lag nicht nur am Wetter und der knappen Zeit. Auch das wird noch besser.

      > Ich hoffe, dass sich jetzt auch sehr viele Menschen per Brief oder E-Mail an die zuständigen Politiker wenden…

      Nur dann haben wir eine Chance, den Bebauungsplan zu verhindern. Bei uns wird (Gott sei Dank) nach Mehrheiten entschieden, aber als Mehrheit werden wir nur wahrgenommen, wenn jeder Einzelne seine Stimme gegenüber den politisch Verantwortlichen erhebt. Die Bürgerinitiative kann den Gremmendorfer Weg nicht im Alleingang retten.

      > Nach wie vor fehlt mir jegliches Verständnis dafür, wie die Argumente für das Baugebiet die Argumente gegen das Baugebiet überwiegen können.

      So sachlich die Diskussion am Freitag mit den Vertretern der Politik auch verlaufen ist, auf diese Frage habe ich (noch) keine Antwort. Eine Arbeitshypothese: Es geht vor allem um Zahlen (Einwohner, Wohnbedarf, Bauland) und um Geld (Zuweisungen, Grunderwerb, Baukosten). Da scheint der vorhabenbezogene Bebauungsplan eines privaten Investors wie ein Geschenk des Himmels: Er bringt das Bauland schon mit, er kostet die Stadt kein Geld und kaum Arbeit. Mit einem bloßen Verwaltungsakt wären hier 39 Wohneinheiten für das Baulandprogramm „abgehakt“.

      Den Preis für diesen Bebauungsplan werden die Bürger Gremmendorfs bezahlen müssen, nicht die Stadtkasse. Da werden wir wohl noch ein paar dickere Bretter bohren müssen.

      1. Es erscheint mir schon ein wenig fragwürdig, dass 40 Wohneinheiten bei einem Bedarf von 1500 Wohneinheiten quasi unverzichtbar sind. Und es erscheint mir überhaupt nicht verwunderlich, dass es günstiger ist, die negativen Dauerauswirkungen des Neubaugebietes den Anwohnern aufzuerlegen, als auf ein nahezu kostenloses Baugebiet zu verzichten. Die Belange der natürlichen Umgebung sind in unserer Welt ja mittlerweile völlig zu Unrecht billige Manövriermasse geworden. Aber nichtdestotrotz Manövriermasse. Am Ende wird uns unsere natürliche Umgebung fehlen – Ausgleichsflächen für neu versiegelte Flächen hin oder her. Und dazu sind die geplanten Ausgleichsflächen hier auch keine neugeschaffenen Flächen, sondern Teile der jetzt noch nicht versiegelten Fläche. Technisch wohl ok, aber trotzdem bitter.
        Ich hoffe, dass die verantwortlichen Ratsmitglieder die Bedeutung des Areals und auch des Gremmendorferwegs für die Menschen in Gremmendorf und eigentlich auch alle anderen erkennen und berücksichtigen. Dazu gehört eigentlich nur ein wenig gesunder Menschenverstand, Mut und die Bereitschaft die Menschen über den Haushalt nicht zu vergessen.

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