Hören Sie auf „Volkes Stimme“

Detlef Lippe schickt uns eine Kopie seines Briefes, den er an alle Mandatsträger in der Bezirksvertretung Südost versandt hat. Wir geben sein Schreiben hier als Beitrag ohne die Namen der Empfänger wieder.

Sehr geehrte/r …,

als Unterstützer obiger Bürgerinitiative bitte ich Sie als politischen Mandatsträger in der Bezirksvertretung Münster Südost, dem Bebauungsplan „Am Beckamp“ am Gremmendorfer Weg nicht zuzustimmen.

Die Bürger der Stadt Münster und auch deren Politiker haben am 28.7.2014 wohl hautnah mitbekommen wie es aussieht, wenn große Niederschlagsmengen unkontrolliert ablaufen und immense Schäden „an Hab und Gut“ verursachen. Man kann sicherlich davon ausgehen, daß sich ähnliche Starkregen wiederholen werden.

Selbst der kleine und sonst murmelnde Loddenbach in Gremmendorf ist trotz des Regenrückhaltebeckens Loddenbachsee und den nachgeschalteten Feuchtbiotopen im Bereich Sebon zu einem reißenden Fluß geworden, der z.B. die Brücke bei Sebon voll überschwemmt hat und die Asphaltdecke im Bereich des Brückenübergangs schwer beschädigt und teilweise abgerissen hat, ebenso ist die Brücke im Bereich Reiterhof Averkamp voll unter Wasser gewesen. Auch die Anwohner im Loddenbachbereich vom Franz-Beiske-Weg bis Delstrup können Ihnen sicherlich mehr von den bei ihnen aufgetretenen Wasserschäden berichten.

Nach dem Abzug der Briten sind im gesamten Stadtgebiet, insbesondere in Gremmendorf, reichlich neue Bebauungs- und Wohnmöglichkeiten entstanden, die die Stadt Münster erst einmal vermarkten soll und jetzt nicht noch zusätzlich ein Stück Natur der grünen Lunge Gremmendorfs zugunsten eines Finanzinvestors opfern soll!

Als Bürger der Stadt Münster und Wähler appelliere ich an Sie, hören Sie auf „Volkes Stimme“ und verhindern Sie die „schlüsselfertige Versiegelung“ dieser bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche und damit einen weiteren Raubbau an der Natur. Bei jedem Unwetter zeigt uns die Natur, daß sie stärker als der Mensch ist!

Weiterhin sollen bekanntlich auch wegen der geplanten Verbreiterung der Zufahrt Gremmendorfer Weg Teile der schützenswerten Wallhecke vernichtet und einige der sehr alten Buchen und Eichen gefällt werden.

Ich frage Sie, soll das alles gemacht werden, damit „jemand“ einen großen Profit macht und das Allgemeinwohl das Nachsehen hat und die Folgen tragen muß?

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Lippe

3 Gedanken zu „Hören Sie auf „Volkes Stimme“

  1. Hallo Herr Lippe,
    vielen Dank für Ihren Brief per „Schneckenpost“! Da ich lieber per Email korrespondiere, Ihre Adresse aber nicht kenne, benutze ich die Möglichkeiten Ihrer Website. Außerdem richtet sich meine Antwort nicht nur an Sie persönlich, sondern an Ihre BI.
    Obwohl wir Grüne nicht meinen, dass wir bereits genügend Wohnraum in Münster haben, zumal die „Britenhäuser“ von der BiMa nur sehr schleppend und zu unverschämten Preisen verkauft werden und die Umsetzung des Konzepts für die York-Kaserne noch Jahre dauern wird, teilen wir die meisten der Bedenken und Argumente, die Sie gegen das neue Baugebiet anführen. Deshalb kann ich Ihnen versichern, dass wir auf BV- und Ratsebene versuchen werden, das Vorhaben zu verhindern. Der Erfolg hängt dabei natürlich auch vom Verhalten der anderen Parteien ab. Entscheidungen stehen allerdings erst im kommenden Jahr an.
    Fürs erste möchte ich Ihnen anbieten, Ihr Anliegen und Ihre Argumente in einem Gastbeitrag auf unserer Internetseite zu formulieren. Sie können natürlich auch einen vorhandenen Text verwenden, gern mit Fotos. Und natürlich sollten Sie ihn als Beitrag der Bürgerinitiative kenntlich machen.
    Wenn Sie daran interessiert sind, schicken Sie mir den Text samt Fotos per Email zu; ich werde ihn dann auf http://www.gal-muenster-suedost.de veröffentlichen.
    Des weiteren schlage ich ein Treffen der BI mit unserer BV-Fraktion zwecks Gedankenaustausch vor. Da anscheinend aktuell kein Termindruck vorliegt, könnte das im Lauf der kommenden Wochen passieren.
    bis dahin, mit besten Grüßen
    Reiner Borchert
    GAL-Fraktion BV-Südost

  2. Willi Schriek
    FDP Südost

    Sehr geehrter Herr Lippec,

    ich bedanke mich für die Mail, in der Sie Ihre Sicht des geplanten Baugebiets “Am Beckamp” darlegen.

    Die FDP Südost hat Pro und Contra abgewogen und stimmt zum jetzigen Zeitpunkt dem Vorhaben grundsätzlich zu.

    Sie sieht die Notwendigkeit, neuen Wohnraum für die wachsende Bevölkerung Münsters auch in Südost zu schaffen. Das geht nicht allein durch eine Nachverdichtung bestehender Wohngebiete, sondern erfordert auch die Ausweisung neuer Flächen in Randlagen zu einer bestehenden Bebauung. Während die Bebauung der ehemaligen York-Kaserne eher durch Mietwohnungen bestimmt sein wird, werden Einzel- und Reihenhäuser den Charakter des Gebietes “Am Beckamp” prägen. Die Fläche “Am Beckamp” ist dafür grundsätzlich geeignet. Die genaue Ausgestaltung muss im parlamentarischen Verfahren geklärt werden.

    Die Liberalen fordern aber eine intensive Überprüfung des Verkehrskonzepts. Dabei muss man nicht nur den Gremmendorfer Weg in seiner Funktion und Umgestaltung in den Blick nehmen, sondern auch das Radwegenetz, die Sicherheit der Fußgänger und das angrenzende “Vogelviertel” (z.B. Schleichwege). Eine andere Erschließung als über den Gremmnedorfer Weg scheint leider nicht möglich zu sein.

    Im weiteren Verfahren wird es für Sie noch mehrere Möglichkeiten geben, der Verwaltung und uns Ihre konkreten Bedenken und Vorschläge mitzuteilen. Wir hoffen im konstruktiven Gespräch mit allen Beteiligten und Betroffenen eine Lösung zu finden, die dann von einer Mehrheit getragen werden kann.

    Mit freundlichem Gruß
    Willi Schriek

    [Diese Antwort schickte Willi Schriek per E-Mail an die Bürgerinitiative, die ihn hier als Kommentar veröffentlicht.]

  3. Hallo Herr Lippe,

    ich kann Ihrer Auführungsweise zum Baumvorhaben am Beckamp an die Mandatsträger der Bezirksregierung Südost voll zustimmen. Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Mich macht es wütend, das dieses Baugebiet überhaupt in Erwägung gezogen wird.

    Hängt wohl mit dem Provitdenken in dieser Angelegenheit zusammen.

    Über ein anderes Problem, das wir in Gremmendorf zu wenig Sportanlagen haben, wird überhaupt nicht gesprochen.
    Ich war letzte Woche in Mecklenbeck. Über die Freizeitsportanlagen ging zur dortigen Tennishalle Wacker Mecklenbeck. Dort konnte ich mich des Anblicks nur erfreuen, wie groß dort die Möglichkeiten zum sporteln gegeben sind. Diese Sportanlagen zieht sich bis Roxel. Da ist am Anfang der Sportanlagen sogar möglich Rollhockey zu spielen. Mein Sohn tat dies viele Jahre mit großem Spaß.

    Ich will darauf hinaus, das gerade in Gremmendorf eine sehr enge Bebauung schon stattgefunden hat. Jeder Fleck Erde wurde zu einem Baugebiet. Sportanlagen wurden einfach vergessen. Jeglicher Versuch des Sportvereins darüber positiv ins Gespräch zu kommen wurde abgewimmelt.

    Durch immer mehr neue Wohngebiete, ist der Bedarf an Sportmöglichkeiten emens
    groß geworden. Dem kann der SC Gremmendorf nicht mehr gerecht werden und wird vom Stadtplanungsamt und den Politikern immer wieder gestoppt.
    Ich stelle doch fest, das schwierige Projekte gern unter den Teppich gekehrt werden.
    Die Fläche am Hohen Ufer ist längst zu klein. Stelle mir die Frage, wo soll sich der Sportverein noch ausbreiten? Die Fläche, die in der York Kaserne vorgesehen ist, ist vom Ortskern ziemlich weit entfernt und gibt nicht viel her.
    Vielleicht sollte mit Herrn Vornholt verhandelt werden, ob dieser nicht Land an den Sportverein, bzw. Stadt verkauft?

    Anmerken möchte ich noch folgendes:
    Mit der Bebauung des Zwi-Schumann-Weges sollten dort keine weiteren Bauvorhaben mehr erschlossen werden. Wenn dies geplant wäre, hätte der Zwi-Schumann-Weg weiter in das Baugebiet geführt werden können. Doch jetzt soll eine schöne Alleestraße dieser Baumaßnahme zum Opfer fallen.

    Wo bleibt das Gewissen der Stadtplaner und Politiker, die für diese Entscheidung verantwortlich sind??

    Nach diesen 2 schlimmen Unwettern muss umgedacht werden.

    Außerdem erinnere ich mich, das bezahlbarer Wohnraum geschafften werden soll.
    Das ist aber nicht der Fall. Hier werden teure Einfamilien/Reihenhäuser gebaut, auch noch in einem Stil des Flachdaches, die vom Aussehen nichts hergeben. Da wird die Natur noch zusätzlich verunstaltet.

    Dies sind meine Argumente gegen das Baugebiet.
    Ich bin froh, das es soviele Menschen gegen das Baugebiet sind.
    Vielen Dank Herr Lippe, das Sie so engagiert dabei sind.

    In diesem Sinne
    Beste Grüße
    Gudrun Königs

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