Bezirksvertretung Südost tagte – Piraten beantragen, das Planverfahren vorerst ruhen zu lassen

Gestern Abend traf sich die Bezirksvertretung Münster Südost zu ihrer ersten Sitzung nach den Sommerferien. Gegen Ende der öffentlichen Sitzung stellte Birgit Hemecker (Piraten) den Antrag vor der Bezirksvertretung, „sämtliche Planungen, Entwicklungen, Maßnahmen, Vorhaben und Unterstützungen, die das geplante Baugebiet Am Beckamp […] betreffen, bis auf weiteres nicht weiter voranzutreiben, sondern ruhen zu lassen“.

Frau Hemecker führt an, das Protokoll der Bürgeranhörung vom 23. Juni lasse „erhebliche Zweifel daran aufkommen, dass das Bauvorhaben, politisch notwendig, planerisch durchdacht und ökologisch vertretbar ist.“ Sie schägt vor, zunächst eine umfangreiche Analyse zu machen, „ob Gremmendorf nicht bereits mehr als hinreichend an der Schaffung von Wohnraum beteiligt war und ist“. Es sollten konkrete Zahlen vorgelegt werden, wieviel Wohnraum durch die Bebauung der York-Kaserne und die leerstehenden Britenhäuser entstehen werden. „Die vielen Fragen, Sorgen und Befürchtungen, die in dem Protokoll aufgelistet sind, sprechen eine deutliche Sprache.“

Informationen für die Bezirksvertreter

Die Bürgerinitiative „Gremmendofer Weg“ hatte für die Bezirksvertreter eine Mappe mit den Forderungen der Bürgerinitiative, Hintergrundinformationen und eine Auswahl von Presseberichten zusammengestellt und vor der Sitzung an den Tischen verteilt. Politiker mehrer Fraktionen bedanken sich nach der Sitzung für die willkomene Zusammenfassung.

Wohnungsbedarf – eine Randnotiz

Unter Punkt 5.2 der Tagesordnung stellte Ulrich Winter vom Planungsamt die Wettbewerbsergebnisse zur Umnutzung und Gestaltung der ehemaligen York-Kaserne vor. Auf die Frage eines Bezirksvertreters, wie viele Wohneinheiten der vorgestellte Entwurf vorsehe, antwortete Winter, man müsse dem Investor Spielraum lassen, um ein marktgerechtes Angebot machen zu können und „keiner weiß, was 2020 für ein Wohnbedarf besteht“.

Da fragt sich der interessierte Zuhörer, warum einige unserer politischen Vertreter auf die Zahlen des Baulandprogrammes starren wie Magersüchtige auf die Kalorientabelle, wenn unsere Stadtplaner keine Aussagen über den Wohnungsbedarf in sechs Jahren machen können.

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