Beschlussvorlage verschweigt Folgen des Straßenbaus

Vor wenigen Tagen haben Mitglieder der Bürgerinitiative durch eigene Akteneinsicht erfahren, dass die Beschlussvorlage für Bezirksvertretung, Ausschüsse und den Rat gravierende Folgen des Straßenausbaus verschweigt. Die Bürgerinitative hat die Ausschussmitglieder darüber informiert, dass ihre Beschlussvorlagen lückenhaft und verzerrt sind:


Münster, 8. März 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,
am 12. März sollen Sie im Planungsausschuss der Stadt Münster über die Beschlussvorlage zur „Bauleitplanung im Bereich Gremmendorfer Weg / Loddenbach“ entscheiden. 1.201 Münsteraner haben sich inzwischen namentlich gegen die Bebauung des Ackers und einen Ausbau des Gremmendorfer Weges ausgesprochen. Wir möchten Ihnen hier in aller Kürze noch einmal die Argumente aufzählen, die für beziehungsweise gegen das Planungsvorhaben sprechen.

Pro

  • 39 Familien finden ein neues Zuhause in hochpreisigen Wohneinheiten.
  • Der Eigentümer des Ackers profitiert von der Umwandlung in Bauland.
  • Ein Münsteraner Bauunternehmer erhält ein lukratives Projekt.
  • Die Stadt Münster generiert zusätzliche Grundsteuereinnahmen.

Contra

  • Es gibt kein belastbares Verkehrskonzept für die Erschließung des abgelegenen Standortes.
  • Der Stadtteil Gremmendorf verliert ein attraktives Naherholungsgebiet für viele Anwohner.
  • Der alte Baumbestand zu beiden Seiten der Ausbaustrecke wird langfristig zerstört.
  • Die Fläche des Baugebietes ist Überschwemmungsfläche des Loddenbachs.
  • Das Baugebiet versiegelt Ackerfläche und widerspricht dem Meilenstein „flächensparende Kommune“.

Wir möchten Sie auch darauf hinweisen, dass die Beschlussvorlage gravierende Folgen der geplanten Verkehrsanbindung verschweigt. So findet sich beispielsweise in den Akten des Planungsamtes ein Gutachten, dass durch den Straßenbau 50 von 65 untersuchten Bäumen in ihrer Standsicherheit geschädigt würden. Diese Bäume müssten langfristig gefällt werden. Eine gutachterliche Bewertung der inzwischen überarbeiteten Planung liegt nicht vor.

Weitere Beispiele aus der Akteneinsicht: Durch die Entnahme oder Gefährdung der äußeren Baumreihe des Wäldchens ist die Verkehrssicherheit auch der weiteren Bäume gefährdet. Der Baugrund ist wasserbeeinflusst. Der BUND lehnt das Baugebiet ab.

Resümee

Das geplante Baugebiet ist weder zukunftsorientiert noch nachhaltig. Es widerspricht allen Grundsätzen kommunaler und landespolitischer Entwicklungspolitik. Hier sollen Gebäude errichtet werden, für die nach der Bevölkerungsprognose der Stadt Münster in spätestens 10 Jahren kein Bedarf mehr besteht.

Ein Baugebiet am ‚Beckamp‘ dient nicht dem öffentlichen Interesse.

Wir bitten Sie herzlich darum, diese Argumente zu erwägen und Ihre Entscheidung nicht auf der Grundlage einer lückenhaften und verzerrten Vorlage zu treffen.

Mit freundlichen Grüßen
Bürgerinitiative „Gremmendorfer Weg“

2 Gedanken zu „Beschlussvorlage verschweigt Folgen des Straßenbaus

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