Am Willen der Bürger vorbei !

Stefan Rickermann schickt uns einen Leserbrief an die Westfälischen Nachrichten, der sich auf die Entscheidung der Bezirksvertreter bezieht:

Münster wird weiter wachsen. Bis zum Jahr 2020 werden ca. 12.000 neue Münsteraner die Stadt bevölkern. Diese Zahl stammt aus der kleinräumigen Bevölkerungsprognose, die die Stadt Münster im Jahre 2014 erstellt hat. Ihr kann man auch entnehmen, dass von diesen 12.000 Bürgern ca. 10.000 älter als 60 Jahre alt sein werden, während die Altersgruppe zwischen 25-60 Jahren um ca. 2.800 Menschen zurück gehen wird.

Diesen Tatsachen zum Trotz sollen in einer schönen Naturlandschaft, unter Abholzung von Bäumen und Versiegelung wertvollen Ackerlandes, ca. 40 Einfamilienhäuser für gut Betuchte gebaut werden.

Das geplante Baugebiet geht in seiner Konzeption mit der randständigen Lage und der sehr weit entfernten Infrastruktur völlig am zukünftigen Bedarf vorbei. Im Landesentwicklungsplan NRW sind genau solche Baugebiete nicht vorgesehen, die Freiflächen versiegeln, und die Belange älterer Menschen nicht berücksichtigen.

Es ist abzusehen, dass zukünftig viele ältere Menschen ihre Einfamilienhäuser verkaufen werden, um in altengerechte Wohnformen zu wechseln. Bereits jetzt stehen in Münster durchschnittlich 150 Einfamilienhäuser zum Verkauf. Statt des öffentlichen Interesses stehen hier wohl eher wirtschaftliche Interessen des Verkäufers und des Unternehmers, der die Häuser dort errichten will, im Vordergrund.

Der Wille der meisten Gremmendorfer, der durch 1.200 gesammelte Unterschriften gegen das Baugebiet dokumentiert wird, scheint dabei nicht zu zählen. Die Politik scheint hier wieder mal ihr eigenes Süppchen zu kochen, ohne dem Willen ihrer Wähler zu folgen. Ja, es wird in Münster Wohnraum benötigt. Aber die Planung muss dafür bedarfsgerecht, nachhaltig und zukunftsorientiert sein. All das trifft für dieses geplante Baugebiet definitiv nicht zu. Zu hoffen bleibt, dass der Ratsentscheid am 25.03.2015 doch noch positiv ausfällt, also gegen das Baugebiet.

Stefan Rickermann

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