Archiv für den Monat: August 2014

Ein Baugebiet am Beckamp* dient nicht dem öffentlichen Interesse!

Die großflächigen Schäden durch den Ausbau des Gremmendorfer Weges stehen in keinem vertretbaren Verhältnis zu der Schaffung von etwa 40 Wohneinheiten. Es gibt genügend Möglichkeiten, in Gremmendorf neuen Wohnraum zu schaffen bevor wertvolle Grün- und Ackerflächen unwiederbringlich zerstört werden.

Günstiger Wohnraum ist am Rand des Landschaftsschutzgebiets nicht zu erwarten. Das Vorhaben dient unserer Meinung nach somit nicht dem Interesse der Münsteraner Bürger, es beruht auf dem finanziellen Interesse eines privaten Investors.

* Der Beckamp bezeichnet den Acker auf der linken Seite des nördlichen Gremmendorfer Weg, bis zum Loddenbach.

Wir fordern die Nutzung bereits versiegelter Flächen bevor Naturflächen zerstört werden

Das öffentliche Interesse an Wohnraum kann in Gremmendorf ohne weitere Flächenversiegelung befriedigt werden. Auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne sollen 1.600 neue Wohneinheiten entstehen. Weitere 432 Wohneinheiten wurden mit dem Wegzug der Briten in Gremmendorf und Angelmodde frei. Die Stadtplaner nennen einen jährlichen Bedarf von 1.500 Wohneinheiten für das gesamte Stadtgebiet einschließlich aller Eingemeindungen.

Acker "Am Beckamp"

Der Acker muss wieder als landwirtschaftliche Fläche eingestuft werden

Mit dem Ratsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 397 wurde die Arrondierung des Bebauungsgebietes östlich der Vörnste Esch bis zum Loddenbach und nördlich des Gremmendorfer Weges „zum Abschluss gebracht“. Eine ursprünglich geplante Verkehrsanbindung des Ackers über den Zwi-Schulmann-Weg wurde mit diesem Beschluss und der Bebauung des Durchstiches aufgegeben. Damit sind die Voraussetzungen für eine zukünftige Bebauung des Ackers entfallen. Deshalb fordern wir die Rückstufung vom Bauerwartungsland zur landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Der Ausbau des Gremmendorfer Weges gefährdet den alten Baumbestand

Auf beiden Seiten des Gremmendorfer Weges stehen mächtige Buchen und Eichen. Nach Aussage mehrerer Fachleute sind diese Bäume durch einen Straßenbau in mehrfacher Weise gefährdet: Die Bäume verlieren Wurzelraum und Speichervolumen für Wasser im Erdboden, die Versiegelung der Oberfläche lässt weniger Wasser an die Wurzeln, ein Kappen von starken Wurzeln gefährdet die Standsicherheit der Bäume. Der Investor hat nach Aussage seines Planungsbüros keine Expertise des städtischen Grünflächenamtes zu den Bäumen südlich der geplanten Straße eingeholt.

GRemmendorfer Weg mit alten Buchen und Eichen

Der Gremmendorfer Weg muss als Naherholungsgebiet und als Lebensraum erhalten bleiben

Heute führt der Gremmendorfer Weg als unbefestigter Wirtschaftsweg entlang einer geschützten Wallhecke und dicht vorbei an herrlichen Bäumen. Der Weg ist Naherholungsgebiet für die Menschen und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Gremmendorfer lieben ihn als grünen Spazierweg. Er dient ihnen – ebenso wie den Tieren – als Zugang zur geschützten Loddenbachtalaue mit dem dahinterliegenden Landschaftsschutzgebiet bis hin zum Werseufer.

Der Gremmdorfer Weg bietet nicht genügend Fläche für ein leistungsfähiges Verkehrskonzept

Selbst bei knappster Bemessung der Spurbreiten reicht die Fläche nicht aus für eine durchgehend zweispurige Straße mit einem schmalen Bürgersteig an einer Seite. Da die Wallhecke entlang des Weges wenigstens zu Teilen erhalten bleiben soll, kann die Straße auf zwei 40 und 60 Meter langen Abschnitten nur einstreifig ausfallen. Hier soll sich auf einem gut 200 Meter langen Parcours mit vierfach wechselnder Verkehrsführung alles begegnen: der landwirtschaftliche Verkehr, Besucher, Pferdetransporter und Lieferanten der Reitanlage Averkamp, die heutigen Anwohner und alles, was die neuen Anwohner an eigenen Fahrten, Besucher- und Lieferverkehr zukünftig auf die Straße bringen.

Gremmendorfer Weg

Der Gremmendorfer Weg ist in seiner Weiterführung dem zu erwartenden Mehrverkehr nicht gewachsen

Mit der Anbindung des Wohngebietes am Zwi-Schulmann-Weg ist der Gremmendorfer Weg in seinem weiteren Verlauf bis zum Ehrenmal – und darüber hinaus bis zum Albersloher Weg – an den Grenzen seiner Kapazität. Hier kommt es heute schon im morgendlichen Stoßverkehr zum Rückstau in die anliegenden Wohngebiete. Die Anwohner des Vogelviertels klagen heute schon über Querverkehre, die das Viertel als Schleichweg benutzen.